Taktik - Taktiktraining


 

Im Sport bezeichnet Taktik ein System von Handlungsplänen und Entscheidungsalternativen, das unter begrenzter Zielvorstellung einen kurzfristigen Handlungszusammenhang so zu regeln gestattet, dass ein optimaler sportlicher Erfolg gegenüber dem (den) Gegner(n) möglich wird.

Taktisches Verhalten bedarf der Entscheidungsalternativen, um zufälligen oder vom Gegner verursachten Abweichungen vom erwarteten Wettkampfverlauf begegnen zu können. Zum taktischen Verhalten gehört ferner die Fähigkeit, das eigene Wettkampfkonzept gegen das des Gegners durchzusetzen, dabei die eigenen Handlungspläne zu verschleiern, berechenbare Erfolgsrisiken einzugehen und vorübergehend, unter dem Primat des Gesamtziels, sogar bewusst kurzfristig Nachteile hinzunehmen.
 

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Taktisches Denken bezeichnet die besondere Fähigkeit von Sportlern im Wettkampf, eigene und fremde Entscheidungsalternativen und Handlungspläne aufeinander zu beziehen und situativ die für den eigenen Erfolg optimale Entscheidung zu treffen.

Sportartspezifische Anwendung: In der Leichtathletik, im Rad- und Rudersport nötigt der Wettkampf z. B. Mittel- und Langstreckenläufer, Straßenfahrer und Ruderer zu taktischen Rennen, d. h., es werden Streckenabschnitte, Tempo und Krafteinsatz in Beziehung zum (möglichen) Gegnerverhalten geplant. Im Kampfsport zwingt z. B. der physische Kontakt mit dem Gegner dazu, nahezu jede geplante Aktion durch Finten zu verschleiern. Die Wahl einer Entscheidungsalternative hängt hier im wesentlichen davon ab, wie der Gegner auf vorgetäuschte Handlungsabsichten reagiert (Antizipation).

In Partner- und Mannschaftsspielen (Sportspiel) unterscheidet man zwischen der taktischen Einstellung auf den jeweiligen Wettkampfgegner und den spielspezifischen. taktischen Maßnahmen zur Durchsetzung des eigenen Konzepts. Individualtaktik bezeichnet Bei den Mannschaftsspielen den situativen Einsatz aller individuellen sportspielspezifischen Mittel und Techniken.

Gruppentaktik umfasst alle sportspielspezifischen Interaktionsformen von Teilen der  Mannschaft, also alle gesamtmannschaftlichen Interaktionsmuster (auch „Systeme" in Angriff und Verteidigung). Der Erfolg der Taktik. hängt hier im wesentlichen davon ab, in welchem Maße die Spieler den situativ günstigsten Ausstieg (Option) aus komplexeren in einfache Muster (z. B. individuelle Zielhandlung) finden.

Zur Entwicklung einer Taktik sind eine Analyse der Bedingungsgrößen (z. B. eigenes Leistungs- und Fähigkeitsniveau und das des Gegners) und ihrer Wechselbeziehungen sowie die Schulung des taktischen Denkens im Rahmen des Taktiktrainings notwendig.
 

Taktiktraining

Der Begriff Taktiktraining bezeichnet jene Trainingsart, deren Ziel es ist, alle für das taktische Verhalten im Wettkampf wichtigen Fertigkeiten und Fähigkeiten systematisch auszubilden, zu optimieren und zu stabilisieren. Das Taktiktraining baut auf gesicherten körperlichen Fähigkeiten und sportartspezifischen  motorischen Fertigkeiten auf.

Es versucht,

1.   durch ein gezieltes Wahrnehmung- und Reaktionstraining in standardisierten Entscheidungssituationen das  taktische Denken anzuregen.
2.  flexible Fertigkeiten (open skills) und variable Entscheidungsprogramme (Schemata) zu entwickeln,
3.  die Fähigkeit zur Verschleierung (Täuschung, Finte) zu verbessern,
4.  durch planmäßige psycho-physische Belastung das taktische Durchsetzungsvermögen zu stärken,
5.   die Fähigkeit, die Erfolgsrisiken im Wettkampf einzuschätzen sowie
6.   eine hohe Frustrationstoleranz auszubilden.

In Sportarten und Sportdisziplinen mit hohen taktischen Anteilen (insbesondere bei Kampfsport- und Spielsportarten) ist Taktiktraining ein integrierter Bestandteil des gesamten Trainings.
 
 

Grundbegriffe des Trainings

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nach Hagedorn: Sportwissenschaftliches Lexikon



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